Willkommen
Willkommen beim Institut für Föderalismusforschung
Das Parvus-Archiv wurde 1983 gegründet. Das Archiv bezieht sich auf Alexander Helphand, der unter dem Pseudonym Parvus sozialrevolutionäre und föderative Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts weltweit unterstützte.
Das Archiv umfasst in seiner Sammlung:
a) Publikationen und Dokumente zur föderativen Ideengeschichte und Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts.
b) Dokumente der Perestroika, Samisdat-Literatur, Regierungsentwürfe, Verfassungskonzeptionen, weitere Dokumente zur Transformation in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.
c) Literatur und Dokumente zum außereuropäischen Föderalismus.
Die Mitarbeiter des Instituts sind sowohl in wissenschaftlichen Projekten wie beratend zum Thema Föderalismus tätig. Die Beratung entstand aus einer Zusammenarbeit mit der polnischen Solidarnosc. Während der Perestroika wirkte das Institut an der Gestaltung der russischen Verfassung mit, welche die föderale Struktur sowie die von den staatlichen Machtorganen unabhängige lokale Selbstverwaltung verbindlich verankerte.
Die russische Föderation garantiert den Schutz indigener Völker. Die ILO-Konvention 169 war nicht durchsetzbar. Das Kernelement der Konvention ging selbst fortschrittlichen Juristen zu weit: Das Recht einer Minderheit 'Nein' zu sagen. Durch Verfassungsänderungen steht die indigene Bevölkerung heute weitgehend schutzlos anderen Interessengruppen gegenüber. Der Versuch einer Bewahrung ihrer traditionellen Lebensweise bedeutet häufig auch den Schutz der Natur. Das wird vollkommen vergessen.
Der multikulturelle Charakter der Russischen Föderation warf die weiterführende Frage auf, inwieweit föderale Elemente auch in außereuropäischen Kulturkreisen verankert sind. Die Antwort heißt 'ja'. Allerdings wurden diese manchmal bis zur Unkenntlichkeit verändert. Dennoch sind diese gemeinsamen Wurzeln für eine zukünftige Neuorientierung von Nutzen. Gleichzeitig stellen diese Ansätze schon heute eine Bereicherung des Föderalismusverständnisses im Sinne einer erweiterten Vielfalt dar.
1994 begannen wir mit Projekten im Schulbereich - in der Europäischen Gemeinschaft, in Indien und temporär in Russland und China. Seit 2007 bieten wir Workshops zum Thema 'Föderalismus' an.
Das Parvus-Archiv finanziert zur Zeit die wissenschaftlichen Projekte aus eigenen Mitteln. Die Beratungstätigkeit sowie Implementierungsvorhaben werden auf Honorarbasis bzw. mit Drittmitteln durchgeführt.

